Italienisches Design

Italy is recognized as a worldwide trendsetter and leader in design. The architect Luigi Caccia Dominioni claimed, "Quite simply, we are the best. We have more imagination, more culture, and are better mediators between the past and the future". Italy today still exerts a vast influence on urban design, industrial design, interior design, and fashion design worldwide. Wikipedia
Achille Castiglioni
Achille Castiglioni
Ettore Sottsass
Ettore Sottsass
Enzo Mari
Enzo Mari
Michele De Lucchi
Michele De Lucchi

Achille Castiglioni

Achille Castiglioni (* 16. Februar 1918 in Mailand; † 2. Dezember 2002 ebenda) war ein italienischer Industriedesigner.

Biographie

Nach dem Architektur-Studium an der Polytechnischen Universität Mailand gründete er 1944 zusammen mit seinen Brüdern Livio und Pier Giacomo (1913–1968) ein Designbüro. Die Brüder gehörten dank ihres schlichten, sachlichen Stils zu den bedeutendsten Designern der italienischen Nachkriegszeit. Sie wurden dafür bekannt, bestehende Produkte auf zuweilen überraschende Art neu zusammenzusetzen. Zwei ihrer Leuchten, die Stehleuchte Toio – ein auf einer Stahlstange angebrachter Autoscheinwerfer – und die Hängeleuchte Parentesi, wurden in die Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art aufgenommen. Achille Castiglioni lebte lange Zeit in Lierna am Comer See, wo er viele seiner Werke im künstlerischen Atelier seines Vaters Giannino Castiglioni entwarf, der als der bedeutendste italienische Bildhauer des 20. Jahrhunderts gilt.

Anlässlich der XI. Mailänder Triennale 1957 stellten sie ihren Traktorstuhl „Mezzadro“ vor, dabei verwendeten die Designer einen handelsüblichen Traktorsitz und befestigten ihn mit einer Flügelmutter an einem freischwingenden Bandstahlbogen. Zur Stabilisierung verwendeten sie ein Querholz, das einer Leitersprosse ähnelt.

Zu den großen Meisterwerken des italienischen Designs zählt auch der „Lierna-Stuhl“, ein Esszimmerstuhl in lackiertem Holz, den die Castiglioni-Brüder für den Möbelhersteller Cassina im Jahr 1960 entwarfen.

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Ettore Sottsass

Ettore Sottsass jr. (* 14. September 1917 in Innsbruck; † 31. Dezember 2007 in Mailand) war ein italienischer Architekt und Designer von Einrichtungsgegenständen, die er vorwiegend in der von ihm stark geprägten Stilrichtung des „Anti-Designs“ gestaltete, das ihn international bekannt und erfolgreich machte.

Biographie

Sottsass wurde als Sohn von Antonia Peintner und des Architekten Ettore Sottsass senior (_ 1892, † 1954) geboren. Ende der 1920er Jahre übersiedelte er mit seiner Familie nach Turin. Dort fing er 1935 ein Architekturstudium am Polytechnikum Turin an, das er 1939 mit Diplom abschloss. Bedingt durch einen siebenjährigen Militärdienst dauerte es bis 1946 ehe Sottsass seine Arbeit als Architekt, Designer und Maler in Mailand beginnen konnte. 1947 gründete er dort sein eigenes Studio. 1949 heiratete er die aus Genua stammende Journalistin und Musikkritikerin Fernanda Pivano (_ 1917, † 2009). 1957 wurde Sottsass künstlerischer Leiter von Poltronova. Er experimentierte mit dem neuen Material Fiberglas und benutzte es, um zeitgenössische Möbel und Beleuchtungskörper zu entwickeln.

1958 begann seine Zusammenarbeit mit dem Büromaschinenhersteller Olivetti, und bald erregten seine unkonventionellen Entwürfe Aufsehen, so etwa die Gestaltung des ersten italienischen Computers Olivetti Elea. Sottsass’ bekanntester Entwurf für Olivetti dürfte die 1968 entworfene Schreibmaschine Olivetti Valentine – „knallrot, tragbar und leicht“ – sein. Sie ist heute einer der bekanntesten Designklassiker. David Bowie, Sammler von Sottsass-Objekten, soll über die „Ikone“ gesagt haben: „Es war schier unmöglich, den Blick von ihr abzuwenden.“

Die Pop Art beeinflusste auch die Innenausstattung seiner Guglielmo Bar in Mailand und die Möbelkollektionen für Poltrona Frau 1965–1967. Aus Sottsass' Stockholmer Zeit 1969 stammen die gestreiften Holzkuben-Schränke Superbox.

Seine Entwürfe wandten sich gegen den repräsentativen Besitzcharakter der Gegenstände; vielmehr brachte Sottsass die Alltagskultur in seinen Designs spielerisch zum Ausdruck. Sottsass wurde so in kurzer Zeit zu einem führenden Vertreter des „Anti-Designs“.

Der Micky-Maus-Tisch für das Industriedesign-Unternehmen Bonacina (1972) und der Gelbe Sekretärsstuhl für Olivetti (1973) fügten seiner radikalen Abwendung vom traditionellen Entwurf ein Element der Ironie und des Humors hinzu.

1980 gründete er sein eigenes Unternehmen, die Ettore Sottsass Associati. Sehr erfolgreich war auch die im Dezember 1980 von ihm mitgegründete Memphis-Design-Gruppe, ein Zusammenschluss von Architekten und Designern, der das Ende des „Internationalen Stils“ verkündete und seinen Namen mit der Wende zum emotionalen Design und zur Postmoderne verknüpfte. Zu den Gründungsmitgliedern von „Memphis“ zählten neben Sottsass auch Michele De Lucchi, Marco Zannini, Barbara Radice, Aldo Cibic und Matteo Thun. 1988 wurde die Memphis-Design-Gruppe von Sottsass wieder aufgelöst.

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Enzo Mari

Enzo Mari (* 27. April 1932 in Novara, Italien; † 19. Oktober 2020 in Mailand) war ein italienischer Designer und Objektkünstler.

Biographie

Mari studierte von 1952 bis 1956 an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand Literatur und Kunst. Sein Interesse galt besonders der Psychologie der visuellen Wahrnehmung.

Bekannt wurde Mari durch seine Arbeiten für die italienischen Unternehmen Danese Milano, Gavina, Artemide, Olivetti und Castelli, außerdem durch seine zahlreichen Buchveröffentlichungen über Themenbereiche des Designs.

Er unterrichtete am Polytechnikum Mailand, am Zentrum für visuelle Kommunikation in Parma, an der Akademie der Schönen Künste in Carrara sowie von 1963 bis 1966 an der Scuola Umanitaria in Mailand. Er war Ehrenprofessor im Fachbereich Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1968 war er Teilnehmer der 4. documenta in Kassel.

Sein Buch Autoprogettazione von 1974 enthielt 19 Entwürfe für Holztische, -stühle, -regale und -betten, für deren Bau nur einfache Werkzeuge nötig sind. Damit beeinflusste er die Do-it-yourself-Bewegung. So sollte alles, was man zum Leben braucht, simpel und schnörkellos mit Holzbrettern und Nägeln zusammengesetzt werden. Mit der Serie Autoprogettazione, die längst Kultstatus genießt, wollte er die Selbstgestaltung fördern, er entwarf dafür die Bauanleitung für eine komplette Einrichtung. Ihm war dabei wichtig, den Menschen die Regeln des Entwurfsprozesses verständlich zu machen. Wer ihm das Porto zahlte, bekam von Mari die Bauanleitung kostenlos zugeschickt.

Für Mari war schon früh die Nachhaltigkeit wesentlich, Design sollte verträglich für die Umwelt sein, kein Luxusprodukt darstellen; die Funktionalität eines Produktes und die Formgebung war ihm wichtiger als der bloße Schein und das System des Stardesigns. Mari ging es vornehmlich um die Wissensvermittlung, den kritischen Blick auf aktuelle Produktionen.

Mari war nicht nur Designer, er kuratierte auch Ausstellungen, schrieb und lehrte, so dass sich bei ihm, seinem Design und seinen Objekten vieles zu einem Gesamtkunstwerk fügte. 2016 verkündete Mari, dass er sein Archiv der Stadt Mailand vermachen würde, diese gleichwohl sein Werk 40 Jahre nicht zeigen dürfe. Jasper Morrison schätzt sein Design, das auf einfachen Prinzipien, Grundformen und Stilelementen basiert. Für das avantgardistische Designerduo Formafantasma war Mari das Vorbild, das die Wünsche des Auftraggebers weit transzendiert.

Mari lebte und arbeitete in Mailand. Er war mit der Kunstkritikerin Lea Vergine verheiratet.

Er starb am 19. Oktober 2020 in Mailand an den Folgen von COVID-19. Am Tag darauf starb seine Frau Lea Vergine, mit der er fast 60 Jahre lang verheiratet war, auch infolge dieser Viruserkrankung.

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Michele De Lucchi

Michele De Lucchi (* 8. November 1951 in Ferrara) ist ein italienischer Designer und Architekt.

Biographie

Michele De Lucchi studierte Architektur in Florenz und gründete noch während seines Studiums die „Gruppe Cavart“ in Padua, die für radikales Design eintrat.

Mitte der 1970er Jahre lehrte er Industriedesign an der Universität Florenz und wurde einer der engsten Mitarbeiter und Freunde von Ettore Sottsass. Er war Mitglied und Mitbegründer der Bewegungen Cavart, Alchimia und Memphis Group, deren experimentelle Architekturauffassungen sich gegen das damalige Design-Establishment richtete. Als napoleonischer General verkleidet, hielt der junge Architekturstudent 1973 Wache vor der Institution der Mailänder Triennale und protestierte gegen zu viele überflüssige Produkte. In den 1980er Jahren entwarf De Lucchi für die „jungen Wilden“ postmoderne Möbel, Wohnaccessoires und Laminat. 1988 gründete er das eigene „Studio De Lucchi“, zuvor war er 1979 als Designberater für das Unternehmen Olivetti tätig, bei dem er 1992 zum Chefdesigner ernannt wurde. 1998 gründete er die Firma „amdl“ mit Büros in Mailand und Rom.

Michele De Lucchi wurde 2001 an der Universität Venedig zum Professor der Fakultät Design und Kunst ernannt und erhielt 2006 für seine Bemühungen um die Lebens- und Wohnqualität, einen Ehrendoktortitel an der Kingston Universität.

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Mezzadro_1957
Castiglioni: Mezzadro
Olivetti-Valentine
Sottsass: Valentine
Tavolo_Quadrato
Mari: Tavolo Quadrato
Tolomeo
De Lucchi: Tolomeo